Für Wracktaucher befindet sich ein Highlight an Kroatiens Westküste. Das Wrack der Baron Gautsch wird auch als die „Titanic der Adria“ bezeichnet. Mit einer Genehmigung kann man auf einen besonderen Tauchgang gehen und das Wrack erkunden.

Das Wrack des damaligen Passagierschiffs der gehobenen Klasse Baron Gautsch liegt vor der Küste von Rovinj. Der aufrechtstehende Kiel liegt in einer Tiefe von 40 Metern auf sandigem und steinigem Grund. Die Masten und Schornsteine stehen seit langem nicht mehr senkrecht und die Schiffsschraube fehlt. Doch der damalige Luxusdampfer befindet sich sonst in einem guten Zustand.

Prinzipiell wurde das Tauchen an dem Wrack der Baron Gautsch von der kroatischen Regierung untersagt. Doch einige Tauchzentren haben Sondergenehmigungen, dank denen Taucher das Wrack besichtigen können. Mit einem Boot wird man auf das Wasser über das Wrack gebracht. Eine Boje markiert die Stelle, an der sich die Baron Gautsch befindet.

Brasse, Dorsche, Drachenköpfe: Die neue Crew der Baron Gautsch

Die Sichtweiten ändern sich je nach Strömung. Bei guter Sicht lassen sich von der Wasseroberfläche die oberen Schiffsteile erkennen. In einer Tiefe von 28 Metern gelangen Taucher an das Oberdeck. In ihrem hundertjährigen Dornröschenschlaf wurde das Wrack liebevoll von Schwämmen, Algen und Muscheln zugedeckt. Zwischen verschiedenfarbigen Korallen entdecken Taucher den ein oder anderen Springkrebs oder einen Aal gleitet vorbei.

Das Oberdeck lässt sich komplett betauchen. Bei guten Lichtverhältnissen fällt das Sonnenlicht so günstig in den Speisesaal, die Salons und weitere interessante Räume, dass Taucher diese gut erkennen und erkunden können. Die neue Crew des Schiffes besteht aus Schnauzenbrassen, Dorschen und großen Drachenköpfen. Das Schiff besitzt eine Länge von 84 Metern und ist zwölf Meter breit.

Das Wrack der Baron Gautsch mit einem Fischschwarm
(Bild: aquapix – stock.adobe.com)

Memorial-Tauchgang am 13.August

In der Mitte der linken Schiffsseite befindet sich ein etwa zwei mal zwei Meter großes Loch. Dieses wurde 1914 durch die Mine verursacht, die die Baron Gautsch innerhalb weniger Minuten zum Sinken brachte. Jedes Jahr am 13.August finden am Jahrestag des Untergangs Memorial-Tauchgänge zum Gedenken an die größte Seefahrtstragödie des Ersten Weltkrieges an der Adria statt.

(Bild: aquapix – stock.adobe.com)

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