Das Tauchen in Frankreich wird meist mit Mittelmeer- und Atlantikküste verbunden. Doch das Inland hat interessante Unterwasserhöhlen zu bieten. Im Südwesten Frankreichs, nördlich von Toulouse, liegt das Départements Lot. Auch ohne Meeres-Zugang ist es für Tauchsportler ein Erlebnis.

Mit einem Trockenanzug, Doppelflaschen mit zwei separat abtrennbaren Atemreglern und drei Lampen können sich Höhlentaucher im Départements Lot für ihren Tauchgang startklar machen. Bei manchen Höhlen hängt das Tauchen von der Niederschlagsmenge ab. So kommt es manchmal vor, dass die Höhle, in der der Taucher im Vorjahr noch einen interessanten Tauchgang durchführen konnte, heute wegen geringen Wasserstandes nicht mehr weit kommt.

Die Eingänge der Höhlen sind so unterschiedlich, wie die Höhlen selbst. Teils könnten LKW ohne Probleme hindurchfahren, teils müssen sich die Taucher geradewegs durch den Eingang zwängen. Manche Höhlen erinnern mit ihren schwindelerregenden Höhen im Licht der Tauchlampen an Kathedralen.

Die tiefste Höhle des Départements Lot

Eine bekannte Höhle ist die „Emergence du Ressel“. Der Eingang befindet sich im Flussbett der Célé. Die Wassertemperatur beträgt ganzjährig um die 13 Grad und die Sichtweiten liegen zwischen zehn und 20 Metern. Die maximale Tauchtiefe beträgt elf Meter.

Wer die „Source de St-Sauveur“ betauchen möchte, muss eine Regel einhalten. Der Tauchgang muss bei der Feuerwehr des Ortes angemeldet werden. Dies wurde nach einem Tauchunfall zur Sicherheit eingeführt. Umgeben von steinernen Wänden, gewinnt die Höhle schnell an Tiefe. Mit 182 Metern maximaler Tiefe liegt die „Source de St-Sauveur“ auf Platz 28 der tiefsten Höhlen der Welt. Im Licht der Taucherlampen strahlen die Gesteinsformationen in braun, grau oder rot. Nach dem Tauchgang in der tiefsten Höhle des Départements muss der Taucher sich bei der Feuerwehr wieder abmelden.

Rotwein und historische Malereien

Um sich für den nächsten Tauchgang zu stärken, können Taucher in der Region die eine oder andere Köstlichkeit genießen. Denn dieses Gebiet ist nicht nur für die interessanten Höhlen bekannt, sondern bietet auch herrliche Leckerbissen, wie Trüffel, verschiedene Käsesorten und Wein aus dem Lot-Tal.

Wer nach einem gelungenen Tauchgang noch weitere Höhlen erforschen möchte, muss sich nicht unbedingt wieder ins Wasser begeben. Verschiedene Tropfsteinhöhlen und Grotten können zu Fuß besichtigt werden. Teilweise bestehen die Höhlen schon seit der Urzeit. Beeindruckende Höhlenmalereien sind heute noch an den Wänden zu sehen. Die Grotte „du Pech Merle“ besitzt wohl die schönsten Malereien, wodurch sie schon mit der Sixtinischen Kapelle verglichen wurde. Ob dieser Vergleich zutrifft, kann jeder Taucher selbst entscheiden.

(Bild: shun.foto – stock.adobe.com)

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