Ohne Hans Hass wäre die Geschichte des Tauchsports nicht denkbar. Früh veröffentlichte er Unterwasser-Aufnahmen, die ihrer Zeit voraus waren. Seine Erfindungen reichen teilweise bis in die heutige Zeit. 

Hans Hass wurde am 23. Januar 1919 in Wien geboren. Obwohl er in dem Alpenstaat aufwuchs, zog es ihn immer ans Wasser. Seine Eltern ermöglichten ihm im Jahr 1939 eine Reise in die Karibik. Mithilfe eines Wiener Schlossers hatte er eine der ersten Unterwasserkameras mit wasserdichtem Gehäuse entwickelt. Damit nahm er unglaubliche Fotos des Lebens im karibischen Gewässer auf. Diese Aufnahmen waren zur damaligen Zeit einzigartig. Schließlich konnte sich damals kaum jemand vorstellen, unter Haien zu schwimmen. Hans Hass hatte jedoch keine Angst vor den Tieren. Er wurde zum ersten freischwimmenden Taucher der Welt.

Erfindungen, die bis heute bestehen

1940 brach Hass sein Jura-Studium ab und wechselte in die Zoologie. Mit anderen Studenten drehte er in der Karibik den Film „Pirsch unter Wasser“, einen der ersten Unterwasserfilme. Durch weitere Erfindungen machte er sich einen Namen in der Taucherszene, der bis heute nicht wegzudenken ist. Er baute unter anderem einen Sauerstoff-Automaten, der dem heutigen „Rebreather“ ähnelt, aus einem Notlufttauchgerät für U-Boot-Besatzungen. In Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Semperit gab er den Anstoß zu Gummiflossen.

Wegen einer Durchblutungsstörung war er nicht kriegstauglich und so verschlug es Hans Hass 1942 in die Ägäis. Durch seine Erfindungen wurde er zum ersten Menschen, der sich unter Wasser frei bewegen und atmen konnte. Die faszinierenden Aufnahmen, die Hans Hass publizierte, versetzten die Menschen in wahres Staunen.

(Video)

1950 heiratete Hass seine bisherige Assistentin Charlotte Baierl und veröffentlichte den Film „Abenteuer im Roten Meer“. Dieser wurde mit dem ersten Preis der Biennale in Venedig ausgezeichnet und gilt als Durchbruch für Hans Hass. Sein erzählerisches Talent, seine beeindruckenden Unterwasseraufnahmen und die erste Frau, die unter Wasser mit Haien zu sehen war, machten den Film zu etwas Besonderem.

Mit dem 1951 gekauften Schiff „Xarifa“ unternahm das damailige Traumpaar mit einigen Wissenschaftlern im Auftrag der BBC eine Reise zu den Azoren, durch die Karibik und zu den Galapagosinseln, durch das Rote Meer bis zu den Malediven. Der Österreicher konnte seine Versprechen gegenüber seinen Finanziers und den Produzenten halten und lieferte einen erfolgreichen Spielfilm ab. Aus der Xarifa-Expedition wurde der Film „Giganten des Meeres“.

Ab 1960 Rückzug vom Tauchsport

Schon ein paar Jahre später, im Jahr 1960, verkaufte Hass die Xarifa und verschwand größtenteils aus der Öffentlichkeit. Er arbeitete an der „Energontheorie“, einer Verbindung von naturwissenschaftlichen Elementen und der Funktionsweise von Staaten und Konzernen. Seine Karriere als seriöser Wissenschaftler scheiterte damit jedoch kläglich, da nur wenige Forscher seiner Theorie die nötige Ernsthaftigkeit zusprachen. Seine Forscher- und Filmkarriere lag von nun an auf Eis. Ein großes Steckenpferd von Hans Hass blieb der Umweltschutz.

Das Naturhistorische Museum in Wien benannte 2005 den Hai-Saal nach dem Tauchpionier, der auch Träger zahlreicher Ehrungen war. Er veröffentlichte zahlreiche wissenschaftliche Publikationen zum Thema Unterwasserbiologie, sowie 31 Bücher, 24 Fernsehfilme und sechs Kinofilme.

Hans Hass verstarb am 16. Juni 2013 im Alter von 94 Jahren in seinem Geburtsort Wien. Er hinterließ Meilensteine der Tauchwelt und prägte den Unterwassersport nachhaltig.

(Bild: Privatarchiv Eibl-Eibesfeldt)

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