Das Rote Meer ist bei Tauchern für seine spektakulären Tauchplätze bekannt. Hierzu gehören besondere Wracks wie die SS Thistlgorm, welche zu den besten Tauchplätzen der Welt gehört.

Das britische Schiff sank am 06.10.1941 im Golf von Suez, während es Zugwaggons, Motorräder, Lastwagen und auch Gewehre transportierte. Die SS Thistlgorm ist etwa 113 Meter lang und trotz der starken Strömungen immer noch in einem guten Zustand. Einer der Gründe, weshalb sich das Wrack so großer Beliebtheit erfreut, ist die besondere Fischvielfalt. Barrakudas und Riesenthunfische tummeln sich in dem Schiff und haben sich hier einen Lebensraum geschaffen.

Die SS Thistlegorm wurde von der Werft Joseph Thompson and Sons im April 1940 in Newcastle als Frachtschiff erbaut. Um sich vor Angriffen zu schützen, wurden die Aufbauten mit Betonplatten verstärkt. Als das Frachtschiff erbaut wurde, herrschte eine Waffenknappheit. Somit wurde die SS Thistlegorm lediglich mit einer Kanone und einem Maschinengewehr ausgestattet. Beide waren Überbleibsel aus dem Ersten Weltkrieg und auf dem Heck des Schiffes montiert.

Motorräder unter Deck vom Wrack der SS Thistlegorm
Bild: Christian Horras – stock.adobe.com

Das Frachtschiff ist nicht speziell für Kriegszwecke gebaut worden, dennoch wurde sie von der britischen Regierung für diesen Zweck eingesetzt. Die kriegswichtigen Güter aus Glasgow waren für britische Truppen in Ägypten bestimmt. Unter Deck wurden unter anderem Munition, Flugzeugmotoren, Schützenpanzer und Treibstoffbehälter verstaut. Auf dem Oberdeck wurden zwei Dampflokomotiven mit Kohle- und Wasserwagons festgezurrt.

Die letzte Reise der SS Thistlegorm

Der besondere Auftrag der SS Thistlegorm auf ihrer erst vierten Reise lautete, in einem Geleitzug von 16 Schiffen den Nachschub für die britische Einheit sicher zu transportieren. Der Zielhafen war Tawfiq am Ende des Suezkanals. Unter dem Kommando von Kapitän Ellis verließ im August 1941 den Hafen von Glasgow und erreichte den ersten Zwischenstopp in Kapstadt ohne Zwischenfälle. Der Geleitzug wählte den deutlich längeren Weg über den Atlantik als den kürzeren Weg über das Mittelmeer, da dieser sicherer war.

Ohne Probleme erreichten die Schiffe anschließend auch den Eingang zum Golf von Suez. Bis deutsche Aufklärer den britischen Konvoi bemerkten. Da in deutschen Reihen das Gerücht kursierte, das sich der Dampfer „Queen Mary“ mit australischen Truppen im nördlichen Roten Meer befand, wurden zwei Bomber losgeschickt, mit dem Ziel, die „Queen Mary“ zu versenken.

Der australische Truppentransporter wurde jedoch nicht gefunden. Als sich die Bomber schon auf dem Rückweg befanden, entdeckten diese den Konvoi britischer Schiffe. Erst viele Jahre später entdeckte der Meeresforscher Jacques-Yves Cousteau per Zufall das Wrack der Thistlegorm. Wie weather.com berichtet, lag das Wrack in einer Tiefe von fast 30 Metern und Cousteau soll die Atmosphäre als ziemlich unheimlich empfunden haben.

Die Ladung unter Deck bestaunen

Trotz der Tiefe und der Strömungen ist das Wrack heute einfach zu betauchen. Jeder, der das Tarieren beherrscht, soll hier entspannt abtauchen können. Noch heute kann die Ladung unter Deck bestaunt werden, jedoch sollten Taucher während des Tauchgangs nichts berühren. Auch auf dem Oberdeck gibt es noch einiges zu sehen. Auf dem Oberdeck kann man am Heck des Schiffes eine große Luftabwehrkanone bestaunen.

(Titelbild: Christian Horras – stock.adobe.com)

Kommentar hinterlassen

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.