Taucherkrankheiten und -risiken #4: Sauerstoffkrampf

Taucherkrankheiten und -risiken #4: Sauerstoffkrampf

Wer in die Tiefen des Meeres eintauchen will, muss sich mit den möglichen Gefahren auseinandersetzen. Nur wer Bescheid weiß, kann unter Wasser entsprechende Vorsichtsmaßnahmen ergreifen.

Der menschliche Organismus benötigt Sauerstoff zum Überleben. Jedoch kann auch der lebensnotwendige Sauerstoff für Menschen giftig sein, wenn der Partialdruck zu hoch ist. Beim Tauchen mit der Pressluftflasche besteht die Gefahr eines Sauerstoffkrampfes erst ab einer Tiefe von 40 Metern unter der Wasseroberfläche.

Die Folgen eines Sauerstoffkrampfes

In dieser Tiefe beträgt der Partialdruck etwa 1,6 Bar. Steigt dieser Druck und wirkt sich einige Zeit auf den Körper aus, kann es zu einer Sauerstoffvergiftung kommen. Krampfartige Anfälle unter Wasser sind die Folge, im schlimmsten Fall endet der Tauchgang tödlich.

Der Partialdruck wirkt sich auch auf das zentrale Nervensystem des Tauchers aus, die Symptome reichen von Schwindel bis hin zu Bewusstlosigkeit. Im Falle von auftretender Bewusstlosigkeit sollte der Tauchbuddy den Taucher umgehend an die Wasseroberfläche bringen. Zu beachten ist, dass das Mundstück im Mund des betroffenen Tauchers gehalten wird. Dies schützt vor Verletzungen, wie Zungenbissen und Wassereintritt in die Lungen.

Taucher bereitet seine Pressluftflasche für den Tauchgang vor
Bei einem Sauerstoffkrampf sollte nicht auf die Gabe von Sauerstoff verzichtet werden.

Die Symptome lassen bei einer Verringerung des Partialdrucks im Regelfall wieder nach. Beim Auftreten eines Sauerstoffkrampfes sollte man also umgehend die Tauchtiefe verringern. Bestehen Krampfanfälle und Bewusstlosigkeit auch bei Verringerung der Tauchtiefe, muss der Taucher an Land gebracht werden. Auf die Sauerstoffgabe sollte als Erste-Hilfe-Maßnahme keinesfalls verzichtet werden.

Atemgasgemische lösen Krämpfe bereits in geringerer Tiefe aus

Taucht man mit Mischgasen wie Nitrox oder Trimix, welche von Sport – oder Tieftauchern verwendet werden, können Sauerstoffkrämpfe schon in Tiefen von weniger als 40 Metern auftreten. Da die Sauerstoffkonzentration in den Mischgasen höher ist, müssen Taucher auf die empfohlenen Tauchgrenzen achten und diese nicht überschreiten.

Vor dem Tauchgang sollte auf die Einnahme von Medikamenten oder Alkohol verzichtet werden. Diese bewirken eine Dämpfung des Atemzentrums im Gehirn und erhöhen die Empfindlichkeit von Sauerstoff. Bei der Beachtung der Tauchtiefen kann ein Sauerstoffkrampf vermieden werden.

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