Ägypten ist für zahlreiche Tauchspots bekannt, doch in den Gewässern von Alexandria treffen Taucher auf keine bunten Korallen oder große Schwärme von farbenprächtigen Fischen. Hier tauchen Sportler in die damalige Zeit Kleopatras ab und begegnen so mancher Sphinx.

Alexandria liegt im Norden Ägyptens und besitzt nur eine Tauchschule. Spazieren Urlauber entlang der Corniche, der kilometerlangen Uferpromenade, erscheint das Gewässer schmutzig und von einigem Plastikmüll bedeckt. Dieser Anblick lädt nicht gerade zu einem spannenden Tauchgang ein, doch lässt man sich auf diese Unterwasserwelt ein, können Taucher bis zu 11.000 archäologische Artefakte entdecken.

Die zu erkundende Stadt wurde 300 vor Christi Geburt von Alexander dem Großen mit ihrer einzigartigen Bibliothek und dem berühmten Leuchtturm erbaut. Caesar und Kleopatra erlangten hier Ruhm und befahlen ihre Truppen. Nach einem Erdbeben und zahlreichen Flutwellen vor über 1.200 Jahren stürzte die Metropole ins Meer. Die Stadt galt als verschollen, bis der Unterwasser-Archäologe Franck Goddio sie im Jahr 1996 wiederentdeckte.

Auf den Spuren Kleopatras

Entlang der Hafenstraße befinden sich bis in eine Tiefe von 17 Metern zahlreiche Relikte. Der Palast von Königin Kleopatra, verschiedene Sphinxstatuen und römische Säulen verweilen auf dem Grund. Römische Inschriften und ägyptische Hieroglyphen zieren die antiken Bauten. Die Sichtweiten betragen nur etwa fünf Meter. Die Tauchbasis „Alexandra-Dive“ hat sich diese geringen Sichtverhältnisse zum Vorteil gemacht und bietet „Mistery-Dive“-Tauchgänge an. Die Taucher wissen bis zum letzten Moment nicht, ob sie sich auf eine beeindruckende Sphinx oder einen Kraken zubewegen.

Ein Taucher während eines Tauchgangs vor Alexandria
(Bild: Archiv – alex-dive.com)

Der Leuchtturm von Pharos gehört zu den sieben Weltwundern der Antike. Er soll der erste und mit einer Höhe von 160 Metern auch der größte seiner Zeit gewesen sein. Während des Erdbebens stürzte auch er ins Meer. Einige Trümmer befinden sich noch heute auf dem Grund in einer Tiefe von etwa 10 Metern. Unweit des Leuchtturms ruht eine römische Galeere. Die Strömungen sind entlang der Hafenstraße nicht stark und Taucher können sich komplett auf das Entdecken der alten Schätze konzentrieren.

Napoleons Niederlage am Nil

In den Gewässern vor Alexandria liegen die Antike und die moderne Geschichte eng beieinander. Insgesamt befinden sich unweit der Paläste und Ruinen sechs Wracks aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg auf dem Grund. Mitunter das Wrack der SS Aragon. Der britische Truppentransporter besitzt eine Länge von 156 Metern und sank im Jahr 1917 nach dem Angriff eines deutschen U-Boots. Die Wassertemperaturen betragen im Winter etwa 18 Grad. In den Sommermonaten steigen die Temperaturen auf bis zu 29 Grad. In der Bucht Abu Kir im Norden der Küste musste Napoleon im Jahr 1798 eine Niederlage gegen die Briten einstecken. Diese Schiffswracks bieten Tauchern eine spannende Reise zu der großen Schlacht am Nil.

(Bild: Archiv – emotoursegypt.com)

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