Versunkene Wracks am Meeresgrund erkunden und ein Stück Geschichte entdecken: Wracktauchgänge sind etwas Besonderes und werden lange im Gedächtnis bleiben. Niemand weiß genau, was sich am Grund unserer Ozeane befindet, doch Experten vermuten rund drei Millionen Wracks in den Weltmeeren. 123tauchsport.de stellt euch besondere Schiffwracks vor.

Der Inselstaat Vanuatu liegt inmitten des Pazifiks und erstreckt sich über eine Länge von 1.300 Kilometern, verteilt auf etwa 80 Inseln. Neben Kokospalmen und schönen Stränden gibt es hier jedoch noch viel mehr zu entdecken. Vor der Küste der Inseln liegt eines der aufregendsten Schiffswracks.

Die SS President Coolidge wurde im Jahr 1931 zu Wasser gelassen und war damals das größte in den USA gebaute Schiff. Der Luxusliner misst eine Länge von rund 200 Metern und ist ganze 25 Meter breit. Mit dem Schiff konnte man Kreuzfahrten von dem Heimathafen San Francisco zum Pazifischen Ozean unternehmen. Jedoch ging das Schiff nach nur sieben Jahren aufgrund von Verschuldung des Unternehmens Dollar Steamship Line in den Besitz der US-Regierung.

Wrack der SS President Collidge am Grund

Mit dem Angriff auf die Pearl Harbor am 7.Dezember 1941 war das Schicksal der SS President Coolidge besiegelt. Das Schiff wurde in den Dienst der Navy gestellt und binnen sechs Wochen kriegstauglich umgebaut. Am Bug und Heck wurden Kanonen montiert und das gesamte Schiff wurde im Standard-Navygrau angestrichen. Auch ein Großteil der Inneneinrichtung wurde entfernt, sodass statt der 990 Passagiere nun 5.000 Soldaten auf das Schiff passten.

Die letzte Fahrt der SS President Coolidge

Im Oktober 1942 stach der ehemalige Luxusliner zu seiner vierten Kriegsmission in See. Das Ziel waren die Neuen Hebriden, das heutige Vanuatu, um die Schlacht in den Salomon-Inseln zu unterstützen. Neben den insgesamt 5.340 Personen an Bord befanden sich auch Lastwagen, Jeeps und Artillerie-Kanonen sowie Munition unter Deck.

Nachdem der Kapitän das Schiff an der Insel Tutuba vorbei steuerte, erhielt er per Funk die Nachricht, dass er sofort anhalten solle, denn die SS President Coolidge stand in einem Minenfeld. Jedoch fuhr das Schiff zu diesem Zeitpunkt mit etwa 17 Knoten und der Bremsweg war zu lang. Nach wenigen Minuten explodierte eine Mine nach der anderen und der Rumpf wurde zerstört.

Der Kapitän Henry Nelson steuerte umgehend ein Riff an und lies den Anker werfen, um die Menschen an Bord in Sicherheit zu bringen. Fast alle konnten sich retten und nur 90 Minuten nachdem die letzte Mine explodierte, versank das Schiff.

Tauchen am Wrack

Noch heute liegt die SS President Coolidge an dieser Stelle in einer Tiefe von 20 bis 70 Metern. Taucheinsteiger können den Bugbereich und die vorderen Frachträume bei einer Maximaltiefe von 30 Metern erkunden. Fortgeschrittene Taucher dürfen bis zu den Maschinenräumen tauchen, während erfahrene Trimix-Taucher die Heckpartie bis zu 70 Metern entdecken.

Die interessantesten Bereiche des Schiffs sind direkt von außen zu erreichen. Getaucht wird mit erfahrenen Guides, die schon etliche Tauchgänge im Wrack hinter sich haben. Die Verlockung, in die Tiefe zu gehen und die restlichen Bereiche des Wracks zu erkunden, ist groß. Jedoch sollte man sich immer sein Limit setzen und den Tauchgang seinem Erfahrungsstand anpassen.

(Titelbild: Angiolo – stock.adobe.com)

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