Im Herzen der Ostsee befinden sich die Åland-Inseln. Durch die Vielzahl an verschiedenen Schiffswracks trägt der Archipel auch den Namen „Europas Truk Lagoon“. Bislang wurde nur ein kleiner Teil der Wracks erforscht und unentdeckte Schätze und Abenteuer liegen noch heute in der Tiefe. 

Zwischen dem Bottnischen Meerbusen und der Ostsee liegen die Åland-Inseln. Sie gehören zu Finnland, doch die autonome Inselgruppe besitzt eine eigene Regierung und fühlt sich Schweden näher. Dies schlägt sich in der Kultur und der konsequenten, schwedischen Sprache nieder. Der Archipel zwischen Stockholm und Helsinki zählt über 6.700 kleine und große Inseln.

Das åländische Gewässer ist eines der weltbesten Wracktauchgebiete weltweit. Nirgendwo sonst liegen so gut erhaltene Wracks in dieser Größenordnung auf dem Grund des Meeres. Die Wracks werden durch den niedrigen Salzgehalt und die kalten Wassertemperaturen so gut erhalten. Letztere betragen ganzjährig etwa zwölf Grad.

Vieles liegt unentdeckt auf dem Grund

In den Gewässern des Archipels sollen sich bis zu 600 Schiffswracks befinden. Die meisten sind noch nicht erforscht. So wurde im Sommer 2010 während eines Tauchgangs eine Ladung Champagner-Flaschen entdeckt. Die 145 gekühlten und gut verschlossenen Flaschen erlangten als „ältester Champagner der Welt“ schnell Berühmtheit.

Vor den Küsten der åländischen Inseln herrschen strenge Tauchgesetze. Die Regierung Ålands und das zuständige Museumsamt stellen Tauchern eine Sondergenehmigung aus, um auf einen Wrack-Tauchgang gehen zu können. Taucher sollten sich an einen professionellen Tauch-Guide wenden, der die nötigen Unterlagen besorgen kann. So benötigt der Taucher nur sein Tauchzertifikat und um den Rest kümmert sich die Tauchbasis. Durch diese speziellen Tauchgenehmigungen sollen Schiffswracks geschützt und ihr guter Zustand erhalten werden.

Zwischen Holzkähnen und Kriegsschiffen

Die Tauchsaison startet im März und endet Mitte Dezember. Unter anderem entdecken Taucher das Wrack der „Hindenburg“. Dieses misst 51 Meter und ruht auf dem Grund in einer Tiefe von 42 Metern. Über das Deck schwimmen unter anderem große Hechte und schillernde Maränen hinweg. Der Minensucher und Eisbrecher der deutschen Kaiserlichen Marine sank im Jahr 1918. Mittlerweile gilt die Hindenburg als ein erhaltenswertes Kriegsmonument.

Die „Rotterdam“ aus dem 19. Jahrhundert liegt in einer Tiefe von 34 Metern. Im Jahr 2007 wurde sie durch Taucher wiederentdeckt. Der 35 Meter lange Holzkahn befindet sich in einem extrem guten Zustand. Barsche und Zander tummeln sich um die Schiffsglocke und das Steuerrad. Zum Teil lassen sich noch alte Schnitzereien des Schmuckstücks erkennen.

(Bild: nupsik284 – adobe.stock)

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