Der Zustand des Great Barrier Reefs verschlechtert sich zusehends. Die UNESCO möchte das weltgrößte Riff auf die Liste der gefährdeten Weltnaturerben setzen. Doch auf Australiens Wunsch verschiebt das Komitee die Sitzung erneut.

Das Great Barrier Reef vor der Ostküste Australiens befindet sich in einem verheerenden Zustand. 1981 wurde das größte Riff der Welt zum Weltnaturerbe erklärt. Doch der Klimawandel und die Industrialisierung haben an den Kräften des Great Barrier Reef gezehrt.

Das Riff umfasst 340.000 Quadratkilometer mit insgesamt 2.500 einzelnen Riffen. Es beherbergt eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt. In den letzten fünf Jahren wurde das Riff von drei großen Korallenbleichen heimgesucht. Während der ersten Bleiche im Jahr 2016 starben etwa ein Drittel aller heimischen Korallen.

Bislang kein gefährdetes UNESCO-Weltnaturerbe

Am 23. Juli tagte das Komitee der UNESCO in Fushou in China. Hier sollte eine Entscheidung über die Einstufung des Great Barrier Reefs als gefährdetes Weltnaturerbe getroffen werden. Australien möchte jedoch einen möglichen Image-Schaden vermeiden und bat um eine Vertagung. Die autralische Regierung lud die Botschafter der UNESCO aus aller Welt zu einem Tauchgang im Great Barrier Reef ein, um sich von der Vielfalt und bunten Schönheit des Riffs zu überzeugen.

Korallenbleich im Great Barrier Reef
(Foto: the Ocean Agency – adobe.stock)

Das Komitee der UNESCO folgte der Einladung und verlegte seine Sitzung auf das kommende Jahr. Australien wird jedoch aufgefordert, bis dahin einen ambitionierten Klimaplan inklusive eines ausführlichen Berichts über den aktuellen Zustand und die Erhaltung des Riffs einzureichen.

Greenpeace schockiert über erneuten Aufschub

Nicht überall stößt der Wunsch Australiens auf Zustimmung. Die Weltorganisation Greenpeace übte starke Kritik an der australischen Herangehensweise. Die Meeresbiologin Sandra Schöttner erklärte: „Die australische Regierung hat es mal wieder geschafft, mit einem blauen Auge davon zu kommen – das ist schockierend“.

Bereits 2015 wollte die UNESCO eine Entscheidung über die Eintragung des Great Barrier Reef auf der Roten Liste treffen. Damals bekam Australien durch eine Kampagne Milliarden Dollar für den Riffschutz zusammen und konnte das Komitee von einem Aufschub der Entscheidung überzeugen.

Wird das Great Barrier Reef zu einem gefährdeten Weltnaturerbe und rückt auf die Rote Liste, hat dies bedeutende Auswirkungen auf den Tourismus. Das Riff dürfte dann weitaus weniger besucht und betaucht werden. Positiv für das Riff, negativ für den Tourismus.

(Foto: cool chap – adobe.stock)

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