In einer neuen Rubrik stellt 123tauchsport besonders attraktive und sehenswerte Schiffswracks vor. Für viele zählt das Wracktauchen zu den absoluten Highlights. Viele Wracks haben nicht nur historischen Wert, sondern sind auch zum Lebensraum für Flora und Fauna geworden. Die U-260 sank während des Zweiten Weltkriegs vor Irland.

Wracks sind die schlafenden Riesen des Ozeans. Oft werden sie von einer tragischen Geschichte begleitet und haben unter Wasser ihre letzte Ruhestätte gefunden. Eines dieser Wracks ist das Unterseeboot U-260. Es sank im Zweiten Weltkrieg aufgrund eines Minenfeldes vor der Küste Irlands.

Minen zwangen Besatzung zum Aufgeben

Zwischen 1939 und 1945 stellte Deutschland insgesamt 1.167 U-Boote in den Dienst. Von diesen wurden 757 versenkt, in Heimathäfen zerbombt oder bei Unfällen und Zusammenstößen zerstört. Die meisten der deutschen U-Boote fanden unter Wasser ihr Ende. Von insgesamt 859 U-Booten, die zu Feindfahrten ausliefen, wurden 648 bei Einsätzen auf See versenkt oder aufgebracht.

Eines dieser U-Boote war das U-260. Es nahm unter der Führung verschiedener Kommandanten an mehreren Einsätzen teil. Entsprechend der „Rudeltaktik“ der „Grauen Wölfe“ — wie die U-Boote auch genannt wurden — torpedierte U-260 den britischen Dampfer „SS Empire Wagtail“ und versenkte zwei weitere, nicht bestätigte Schiffe. Am 18.02.1945 lief U-260 unter Kommandant Obererstleutnant zur See Klaus Becker zur letzten Feindfahrt aus.

Das Operationsgebiet war der Nordatlantik, rund um England und Süd-Irland. Am 12.03.1945 traf das U-Boot in 80 Meter Tiefe auf eine Mine, die U-260 beschädigte. Der Kapitän schaffte es, das U-Boot auftauchen zu lassen und die 48 Besatzungsmitglieder zu evakuieren. Der Kommandant gab dann sein Boot auf und versenkte es selbst. Die Besatzung erreichte in Schlauchbooten die Küste und wurde interniert.

Tauchen am Wrack

Das Wrack des U-260 ist heute ein beliebtes Tauchziel. Ungeachtet seiner düsteren Vergangenheit gehört es zu den schönsten betauchbaren Wracks an der Küste Irlands. Das U-Boot liegt in 44 Metern Tiefe auf sandigem und felsigem Grund und ist noch weitestgehend intakt. Am Heck kann man noch immer die Bordkanone begutachten und auch die Schraube ist nach wie vor vorhanden. Die Stahlplatten des Turms sind abgefallen und man kann das Gerippe des Kommandostands sehen.

Die besten Zeiten zum Tauchen sind jeweils 30 Minuten nach Hoch- oder Niedrigwasser, denn dann ist die Strömung am geringsten. Beim Tauchen am Wrack sollte man Vorsicht walten lassen, denn sowohl die Torpedos sind noch in ihren Rohren und es liegt auch Munition herum. Die Position des Wracks liegt bei: 51°15’N-09°05’W.

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