Ein Tauchgang in der Silfra-Spalte ist beeindruckend und geheimnisvoll zugleich. Wo sonst auf der Welt können Taucher zwei Kontinentalplatten gleichzeitig während eines Tauchgangs berühren?

Im Thingvellir Nationalpark befindet sich die Silfra-Spalte. Dort können Taucher zwischen zwei Kontinentalplatten hindurchgleiten. Der Nationalpark befindet sich im Südwesten Islands, etwa 40 Kilometer von der isländischen Hauptstadt Reykjavik entfernt.

Das Gletscherwasser stammt von „Langjökull“, dem zweitgrößten Gletscher des Landes. Es fließt bis zu 100 Jahre durch Lavafelder von Basaltgesteinen und wird durch die Gesteinsformationen über 50 Kilometer gefiltert, bis es schließlich in die Silfra-Spalte gespült wird. Sie zählt zu den besten Frischwasser-Tauchplätzen der Welt.

Hervorragende Sichtweiten über schwarzem Lavagestein

Die Spalte zwischen der nordamerikanischen und der eurasischen Kontinentalplatte bietet Sportlern den etwas anderen Tauchgang. Jedes Jahr verbreitert sich der Graben um etwa einen Zentimeter. Durch das gefilterte Gletscherwasser und die ganzjährig geringen Wassertemperaturen von etwa 3 Grad erreicht die Sichtweite meist über 100 Meter.

Die Silfra-Spalte wird in vier Haupteile gegliedert. Der Einstieg beginnt im „Silfra Deep Crack“. Dieser ist lang und recht eng. Mit ausgestreckten Armen können Taucher beide Kontinentalplatten gleichzeitig mit den Händen berühren. Ein perfektes Fotomotiv. Als nächstes erreichen Taucher die „Silfra-Hall“. Hier wird das Gewässer etwas breiter und mitunter paddelt die ein oder andere Ente über den Köpfen der Taucher hinweg.

Von hier aus tauchen Sportler in die „Silfra-Cathedral“ ein. Diese besitzt die tiefste Stelle des Tauchgangs mit 22 Metern. Durch bemooste, schwarze Lavafelsen gleiten Taucher nach links und so manchem kommt der Tauchgang wie ein Labyrinth vor. Doch verirren kann man sich hier nicht. Die „Silfra-Lagoon“ ist der letzte Abschnitt des Tauchgangs. Sie reicht in eine Tiefe von fünf Metern und erstreckt sich auf 120 Meter Breite. Der Grund ist mit langen Algenfäden bewachsen. Durch den Einfall des Sonnenlichts auf die verschiedenen Algenblätter, wird die „Silfra-Lagoon“ in ein grün-blaues Licht getaucht.

(Bild: Franziska – adobe.stock)

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