Im US-Bundesstaat North Carolina haben Forscher einen Pottwal-Zahn gefunden, der Bissspuren eines Megazahnhais aufweist. Dies ist der erste Hinweis auf einen Kampf zwischen den beiden Tieren.

Der betreffende Pottwal, von dem der Zahn stammt, hat offenbar im Neogen gelebt, also im Zeitraum von vor 23 bis vor 2,4 Millionen Jahren. Der Zahn wurde in der Aurora Phosphate Mine gefunden. Der Fund wurde nun von den Wissenschaftlern des Calvert Marine Museum in einer Studie im Fachmagazin „Acta Palaeontologica Polonica“ publiziert.

Der 116,5 Millimeter lange Zahn weist drei Einkerbungen auf. Angesichts der Details dieser Einkerbungen lassen sich alle anderen zu der Zeit lebenden Haiarten ausschließen. Die Größe der Kratzer und die Zacken, die das angreifende Tier an seinen Zähnen gehabt haben muss, machen klar: Es kann sich nur um einen Megazahnhai handeln.

Entweder der Otodus chubutensis oder der durch zahlreiche Dokumentationen sowie Hollywood-Actionfilme berühmt gewordene Otodus megalodon hat den Pottwal angegriffen und ihm den Kieferknochen durchbissen – eine unvorstellbare Bisskraft muss hier also gewirkt haben.

Megazahnhai hat dem Pottwal wohl den Kiefer durchgebissen

Nicht ganz ausgeschlossen werden kann die Möglichkeit, dass der Pottwal zum Zeitpunkt des Bisses bereits tot war und sich der Megazahnhai am Kadaver vergangen hat. Diese Möglichkeit schätzen die Forscher des Calvert Marine Museum jedoch als sehr gering ein. Schließlich sei es nicht plausibel, warum der Biss sich dann auf die schwer durchtrennbare Kiefermuskulatur konzentriert habe. Andere Körperpartien des Pottwals wären deutlich leichter zugänglich gewesen und hätten gleichzeitig mehr Fleisch geliefert.

Wahrscheinlicher ist also ein Kampf der zwei Meeresgiganten, bei dem der Megazahnhai seinen Gegner durch den Biss in den Kiefer kampfunfähig machen wollte. Ein solches Jagdverhalten zeigen heutige Haie nicht mehr. Diese nähern sich ihrer Beute lieber von hinten, in der Hoffnung, bis zum verheerenden Biss unentdeckt zu bleiben.

(Foto: Calvert Marine Museum / Stephen J. Godfrey)

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