Tauchen inmitten unzähliger Quallen – im südpazifischen Staat Palau ist das möglich. Unter der Wasseroberfläche beginnt eine andere Welt. In einer einmaligen Atmosphäre können Tauchsportler mit Millionen Quallen auf engstem Raum tauchen und das Farbenspiel des Sonnenlichts auf den Meeresbewohnern bestaunen.

Inmitten der berühmten Rock Islands in Palau liegt Eil Malk. Die unbewohnte Insel im Südpazifik beherbergt den beeindruckenden Jellyfish Lake. Übersetzt heißt der Jellyfish Lake Quallensee. Dieser Name ist hier Programm, denn in dem 300 Meter langen Gewässer tummelten sich in Bestzeiten etwa 30 Millionen goldgelbe Medusen.

Das Gerätetauchen ist hier nicht gestattet, um das weltweit einzigartige Ökosystem nicht zu gefährden. Apnoetaucher können sich jedoch in eine magische Unterwasserwelt begeben. Umringt von unzähligen Quallen können Taucher bis in eine Tiefe von 30 Metern hinabtauchen. Die Quallenart Mastigias beherrscht den See und erreicht eine Breite von etwa 23 Zentimetern.

Quallen und Krebse im glasklaren Wasser

Als sich die Landstruktur vor etwa 15.000 Jahren veränderte, wurde der See vom Meer getrennt und die Quallen verloren mit der Zeit größtenteils ihr Gift, da sie in ihrer neuen Heimat keine natürlichen Feinde besitzen. Der Kontakt zu den Quallen ist daher ungefährlich. Die Wassertemperaturen betragen in den Sommermonaten bis zu 29 Grad. Mit Sichtweiten von bis zu 30 Metern können Taucher zwischen den leuchtend gelben Medusen unter anderem Ruderflußkrebse, verschiedene Schneckenarten und Seeanemonen entdecken.

2017 wurde der See für Besucher gesperrt, da die Quallen-Population stark zurückging. Zu Bestzeiten lebten bis zu 30 Millionen Medusen im Jellyfish Lake. Durch den Klimawandel, verschiedene Naturereignisse wie El Niño und den Tourismus am See sank die Medusen-Population drastisch.

Mittlerweile steigt die Quallenzahl langsam an und die Regierung von Palau öffnete den See wieder. Um den Jellyfish Lake zu schützen, sollten Taucher darauf achten, keine Gegenstände auf dem Grund des Sees zurückzulassen und keine Abfälle im Gewässer oder den angrenzenden Wäldern zu entsorgen.

(Bild: 敏治 荒川 – adobe.stock)

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