Sylt ist immer wieder eine Reise wert. Hörnum am südlichen Nehrungsanker der Nordseeinsel hat für Taucher einiges zu bieten.

Das am Hörnumer Oststrand Ufer fällt flach ab, doch auch im seichten Gewässer können Taucher auf Entdeckungsreise gehen. Das Gezeitenspiel macht die Nordsee zu einem ganz individuellen Tauchrevier. Der ideale Tauchgang sollte etwa eine halbe Stunde vor der Flut gestartet werden. Kurz nach dem Einsetzen der Ebbe sollte der Taucher das Gewässer wieder verlassen.

Im Frühling, Herbst und Winter sind die Unterwassertemperaturen mit drei bis neun Grad eher kalt. Die beste Tauchzeit liegt im Spätsommer mit einer Wassertemperatur zwischen 15 und 18 Grad. Die Algenblüte ist dann meist beendet und das Wasser klart auf. Erfahrene Taucher schätzen auch die frühe Herbstzeit. Das Plankton trübt die Sichtweite dann noch nicht so stark und Tauchliebhaber bekommen besondere Einblicke in die Flora und Fauna der Nordsee.

Das Sporttauchen ist nur in strömungsfreien Perioden möglich. Die Gefahr, durch starke Strömungen an die Seehundbänke abgetrieben zu werden, wäre erheblich. Die Tauchschulen der Insel haben damit reichlich Erfahrung und helfen mit Rat und Tat weiter.

Schweinswal
(Bild: greenpapillon – stock.adobe.com)

Auge in Auge mit dem kleinsten Wal der Welt

Entlang der Uferbefestigung ist das Tauchen auch für Anfänger ein Erlebnis. Schon in fünf Metern Tiefe gibt es hier einiges zu sehen. Zum Zweck des Küstenschutzes wurden Betonelemente verankert. Diese bilden mittlerweile Lebensraum für die verschiedensten Unterwasserbewohner. Eine Lampe sollte bei diesen Tauchgängen wegen der häufig getrübten Sicht mitgenommen werden. So lassen sich unter anderem Taschenkrebse, Seesterne und Aale beobachten. 

Wrackliebhaber können etwa fünf Seemeilen von der Sylter Westküste auf ihr Kosten kommen. Der Reichsseezeichen-Dampfer „WIK“ liegt hier in einer Tiefe von rund zwölf Metern. Das Wrack versank 1944 durch den Zusammenstoß mit einer Mine. Mittlerweile dient es den Unterwasserbewohnern als Behausung und bietet einzigartige Einblicke.

Wer mit Leidenschaft seltene Lebewesen in ihrem natürlichen Lebensraum beobachtet, ist in den Gewässern der Nordsee genau richtig. Schweinswale kommen zur Futtersuche recht nah an die Küstenregionen. Mit einer maximalen Länge von zwei Metern und einem Gewicht von etwa 50 Kilogramm sind sie die kleinsten Wale der Welt. Schweinswale sind Einzelgänger und nur selten zu zweit zu sehen.

(Bild: niemannfrank – stock.adobe.com)

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