Blackwater Diving, oder auch Schwarzwassertauchen genannt, gehört zu den Tauchsport-Arten, die noch nicht weit verbreitet sind. Ungewöhnliche Abenteuer liegen nachts in den Gewässern von Palau. Das Schwarze Meer verbirgt unzählige Lebewesen, die entdeckt werden können.

Mit einem Boot fahren Taucher auf das offene Meer hinaus. Etwa eine halbe Stunde vor dem Tauchgang wird eine Querstange in das Gewässer bis auf eine Tiefe von zwölf Metern hinabgelassen. An der Stange sind mehrere Lampen befestigt, die die verschiedensten Unterwasserlebewesen aus der Tiefe anziehen.

Unter dem Boot reicht das Meer bis in Tiefen von 1.000 Metern. Komplette Dunkelheit umhüllt den Taucher, während er sich auf das ungewöhnliche Abenteuer vorbereitet. Wenige Lampen sind an dem Boot befestigt, um den Tauchern den Rückweg zu markieren. Die einzigen Strahlen, die die Dunkelheit neben den wenigen Lampen erhellen, sind die des Mondes, der sich auf der Wasseroberfläche spiegelt.

Spannende Lichtshow der Makrobewohner

Unter der Wasseroberfläche erleben Taucher eine Mischung aus Erstaunen, Begeisterung und dem unheimlichen Gefühl, nicht allein in der Dunkelheit zu sein. Diese Situation ist nicht für jeden Taucher geeignet. Das Tiefenlimit beträgt etwa 20 Meter. Tauchsportler sollten sich nicht zu weit von der Querstange fortbewegen, um die Orientierung nicht zu verlieren. Das Raum-Zeit-Empfinden spielt so manchem in dem tiefschwarzen Wasser einen Streich. In der Dunkelheit tauchen des Öfteren Klick-Geräusche auf. Durch diese Geräusche wissen Taucher, dass ganze Delfin-Schulen sie aus der Ferne beobachten. Delfine sind in der Dunkelheit die besten Haiabwehrmittel.

Das Licht der Lampen ziehen die verschiedensten Meeresbewohner an. Die Makrowelt bietet regelmäßig ungewöhnliche Spezies, die noch nicht entdeckt und erforscht worden sind. Direkt vor der Tauchermaske erscheinen winzige Kalmare, die mit ihren leuchtenden, wechselnden Farben eine faszinierende Show vorführen.

Achtung vor gefährlichen Seewespen

Erfahrungen im Strömungs- und Freiwassertauchen sind empfehlenswert, um etwas Sicherheit in der Dunkelheit zu gewinnen. Während des Auftauchens müssen Taucher die Umgebung um das Boot mit ihren Lampen nach Seewespen absuchen. Sie gehören zur Gattung der Würfelquallen und erreichen einen Schirmdurchmesser von etwa 30 Zentimetern. Seewespen sind hochgiftig. Ihr Gift tötet das Gewebe der Haut und schädigen Muskeln und den Blutfluss. Ein langer Tauchanzug mit Kopfhaube sind Pflicht während des Blackwater Diving. Kommen Taucher doch einmal mit der Seewespe in Kontakt, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Auf dem Weg zu einer ärztlichen Stelle versuchen Helfer, die Tentakel zu entfernen und können das verletzte Gewebe mit Essigsäure behandeln.

(Bild: GeraldRobertFischer – adobe.stock)

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