Die „wilde Küste“ zeigt sich mittlerweile durch Naturschutzgebiete und gut geplante Tauchgänge von ihrer besten Seite. Hier lassen sich von Gorgonienbewachsenen Felswänden bis hin zu einem Wrack alles erforschen.

Der fast 220 Kilometer lange Küstenstreifen der Costa Brava liegt in der nach wie vor spanischen Region Katalonien. Seit langer Zeit ist sie eines der beliebtesten Ziele europäischer Taucher. Hier entstanden einige der ersten Tauchbasen des Mittelmeerraumes. Mittlerweile existieren mehr als 30 Tauchzentren an der Costa Brava.

Eine der berühmten Tauchbasen wurde 1969 von der Tauchlegende Horst Lindner gegründet. Das Tauchzentrum von Callela, einer spanischen Stadt etwa 56 Kilometer von Barcelona entfernt, fährt Tauchbegeisterte mit einer kurzen Bootsfahrt von nur etwa zehn Minuten zum Tauchplatz El Ullastres mit seinen allseits bekannten drei Riffen. Auf die Taucher warten beeindruckende Unterwasserberge, die in einer Tiefe zwischen sechs und zehn Metern mit Gorgonien geschmückt sind.

Fischschwarm
(Bild: jordi – stock.adobe.com)

Estartit lockt zahlreiche Touristen an

Die Costa Brava wird auch die „wilde Küste“ genannt. Grund dafür sind die teils steil abfallenden Felsküsten, mit ihren kleinen, nur vom Wasser aus erreichbaren Buchten. Zwei Meeresgebiete wurden bislang zu Naturschutzgebieten erklärt, um die Flora und Fauna zu sichern und weitere Meeresbewohner ansiedeln zu können.

In den ansehnlichen Naturreservate können Taucher kleine und große Höhlen, Felder farbenfroher Fächerkorallen und Überreste versunkener Schiffe entdecken.

Das „Zentrum der Taucher“ ist das ehemalige Fischerörtchen Estartit, das mittlerweile zu einer touristischen Kleinstadt herangewachsen ist. Unter anderem schmücken Edelkorallen, Höhlen und Steilwände voller Gorgonien die Unterwasserwelt.

Fächerkoralle
(Bild: javier – stock.adobe.com)

Ein farbenfrohes Gorgonienmeer befindet sich auch vor der Küste Tamarius an der Cala Nova. Meterhohe Fächerkorallen, die mitunter als die schönsten im gesamten Mittelmeerraum gelten, verzieren hier ganze Wände und bieten einen imposanten Blick.

Eine kleine verzweigte Inselgruppe, die Les Firmigas, kann bis zu einer maximalen Tiefe von 30 Metern betaucht werden. Geplant ist, auch dieses Gebiet in den nächsten Jahren unter Naturschutz zu stellen.

Das Wrack der Boreas

Etwa 600 Meter vor der Hafenstadt Palermos befindet sich das Wrack der Boreas. Das Wrack hat eine vielseitige Vergangenheit. Es wurde als Hochsee-Versorgungsschlepper gebaut und 1938 erstmals zu Wasser gelassen. Nachdem es danach lange Zeit als Minensucher und Schulschiff eingesetzt wurde, gliederte die Bundesmarine es 1976 aus ihrem Dienst aus. 1986 wurde die Boreas als Drogenschiff beschlagnahmt. Nur drei Jahre später wurde die Boreas absichtlich als Taucherwrack versenkt.

Die Boreas liegt seitdem aufrecht auf dem Meeresgrund. Durch den umgerissenen Schornstein kann man in den Maschinenraum eintauchen. Es lohnt sich, hier eine Lampe mitzunehmen, um alles genau erkunden zu können. Das Steuerhaus liegt bei einer Tiefe von etwa 18 Metern und die Schiffsschraube bei rund 32 Metern Tiefe.

(Bild: damedias – stock.adobe.com)

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