Alte Ruinen zu betauchen, ist für manch einen Taucher das Größte. Doch eine ganze Stadt unter der Wasseroberfläche ist etwas Besonderes. Im Qiandao-See in China kann die versunkene Stadt Shi Cheng von Tauchern erforscht werden.

Shi Cheng wurde im Jahr 208 am Fuße des Berges Wu-Shi, in der Zhèjiāng Provinz in China, erbaut und ist unter anderem auch als Löwenstadt bekannt. Wegen des Baus des Wasserkraftwerks Xin-An-Jiang musste 1959 ein großer Staudamm errichtet werden und die einstige Metropole wurde geflutet. Tausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen und sich eine neue Heimat suchen.

Die Fläche des entstandenen Qiandao-Sees beträgt 573 Quadratkilometer. Dies ist eine Fläche von etwa 62 Fußballfeldern. Qiandao-See bedeutet übersetzt „See der tausend Inseln“. Diesen Namen trägt der Stausee zurecht, denn das geflutete Tal ist sehr bergig, womit noch heute 1.078 Hügel aus der Wasseroberfläche hinausragen und als grüne Inseln erscheinen.

Wandverzierungen der Wohnhäuser in Shi Cheng

Zwischen Stadtmauern und alten Möbeln

Die einstige Löwenstadt geriet mehr und mehr in Vergessenheit, bis Taucher im Jahr 2001 Shi Cheng wiederentdeckten. Die Tauchschule „Big Blue Diving“ nahe Shanghai bietet Tauchern regelmäßig Touren in die versunkene Stadt an.

Die Wassertemperaturen liegen im Sommer bei etwa 25 Grad. In Tauchtiefen zwischen 20 und 40 Metern erreichen Taucher die alte Stadtmauer. Durch insgesamt fünf verschiedene Stadttore kann man die versunkene Stadt betreten. Über sechs Hauptstraßen lässt sich jeder Winkel Shi Chengs erkunden. Die Straßen wurden aus kleinen und großen Steinen gelegt. Die Löwenstadt ist sehr gut erhalten, unter anderem findet man alte Steintafeln mit Inschriften auf dem Grund.

In dem glasklaren Gewässer des Stausees lassen sich die mit Holz verzierten Wohnhäuser schon von weitem erkennen. An den Häuserwänden befinden sich kunstvolle Schnitzereien. Besuchen Taucher die Innenräume der Häuser, werden sie aus dem Staunen nicht herauskommen. Denn teilweise sind diese noch komplett eingerichtet. Von dem Geschirr in der Küche bis hin zu gemütlichen Wohnzimmermöbeln.

(Foto: hxdyl – adobe.stock)

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