Ein Wracktauchgang wird sorgfältig geplant und mit einer speziellen Ausrüstung durchgeführt. Während des Abenteuers unter Wasser müssen einige Verhaltensweisen beachtet werden. Taucher mit Angst vor engen Räumen oder der Dunkelheit sollten sich das Erkunden eines Schiffes auf dem Meeresgrund gut überlegen.  

Die Vorbereitungen sind so wichtig, wie der Tauchgang selbst. Informationen über die Tiefe, die Wassertemperatur und mögliche Strömungen müssen eingeholt werden. Die Begebenheiten des Wracks und wo der Startpunkt des Tauchgangs sind bedeutend für ein erfolgreiches Abenteuer.

Mit einem langen Neoprenanzug können sich Taucher vor möglichen Schürfwunden und stacheligen Meeresbewohnern schützen. Die Ausrüstung sollte eng am Körper anliegen. Ein potenzielles Hängenbleiben in abstehenden Wrackteilen wird so auf ein Minimum reduziert.

Die festen Schnallen des Bleigurts sollten sich direkt hintereinander befinden. Der Gurt kann demzufolge in Ernstfällen schnell abgeworfen werden, geht aber nicht ungewollt verloren. Ein scharfes Tauchermesser ist ein fester Bestandteil jeder Ausrüstung. Damit können Taucher sich selbst oder Fische freischneiden, falls sie in Geisternetzen hängenbleiben, die sich des Öfteren in Wrackteilen verfangen.

Die richtige Ausrüstung ist das A und O

Das Innere in manchen Wracks ist sehr eng und verwinkelt. Taucher sollten in solchen Schiffen einen Helm und Handschuhe tragen, um mögliche Verletzungen zu vermeiden. Der Helm kann auch dazu dienen, eine Lampe zu befestigen. Ein guter Scheinwerfer oder eine helle Taucherlampe gehört zu den wichtigsten Bestandteilen des Wracktauch-Equipments. Diese sollte mindestens 20 Watt besitzen und auch in die Breite strahlen. Doch trotz eines gut funktionierenden Scheinwerfers sollten Taucher stets eine Ersatzlampe mit sich führen.

Ein Taucher während eines Wracktauchgangs
(Bild: Anion – adobe.stock)

Für den Fall, dass ein Taucher in Not gerät, sollte er einen Leuchtstab, eine Signalpistole oder eine Trillerpfeife als Ausrüstungsgegenstand fest einplanen. Um diesen Fall weitestgehend zu vermeiden, entfernen sich Wracktaucher nicht zu weit von ihrem Tauch-Buddy und verständigen sich über regelmäßige Handzeichen.

Tiefe und sehr verwinkelte Schiffswracks sollten nur mit einem größeren Luftvorrat erkundet werden. Hier gilt die 1/3 Regel. Ein Drittel für die Zeit am Wrack, ein Drittel für den Weg an die Wasseroberfläche und ein Drittel als Reserve.

Nichts für schwache Nerven

Taucher sollten im Inneren eines Wracks niemals Türen öffnen oder gewaltsam an Teilen des Schiffes rütteln. Ein Wrack ist ständiger Korrosion, der Fäulnis an verschiedenen Holzteilen und den Gezeiten ausgesetzt, sodass gesamte Bereiche durch starke Bewegungen zerfallen können.

Mit der nötigen Ruhe und Gelassenheit erforschen Tauchsportler die Innenräume der untergegangenen Schiffe. Auch wenn plötzliche eine mürrisch dreinblickende Muräne vor der Tauchmaske erscheint, heißt es tief durchatmen und entspannt weiter. Doch trotz aller Warnungen und Hinweise sollten die Unterwasserliebhaber einen Wracktauchgang genießen und beeindruckende Erfahrungen sammeln. Die mystisch wirkenden Innenräume im Dämmerlicht mit ihren faszinierenden Bewohnern und der bunte und abwechslungsreiche Bewuchs der Schiffe sind den hohen Planungsaufwand wert.

(Bild: Mary Durden – adobe.stock)

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