Mit ihrem Projekt, Müll und Schrott aus öffentlichen Gewässern zu bergen, sorgen vier junge Männer aus Marburg an der Lahn bundesweit für Aufsehen. Selbst das ZDF berichtete zuletzt über die Lahntaucher, die sich stetig professionalisieren und ihren Wirkungskreis erweitern wollen. Doch von behördlicher Seite wird den engagierten Naturschützern das Leben nicht immer leicht gemacht. 123tauchsport hat sich mit Lahntaucher Sebastian Pollok unterhalten.

2020 verletzte sich eine Bekannte von Sebastian Pollok und Noah Boonma während des Badens in der Lahn. Dies nahmen beide zum Anlass, sich mit Badehose und Taucherbrille auszurüsten, in dem Gewässer nach möglichen Gefahren zu suchen und diese zu bergen.

Was anfangs eine spontane Aktion war, wurde schnell zu einem größeren Engagement. „Je mehr wir uns mit dem Thema beschäftigt haben, desto klarer wurde mir, welche Folgen der teils toxische Müll in unserem Fluss nicht nur für Menschen, sondern auch für Flora und Fauna hat“, so Sebastian „Basti“ Pollok im Gespräch mit 123tauchsport. Dass sein Kompagnon Biologie-Student ist, half da durchaus weiter.

Allerdings ist weder Basti noch Noah ausgebildeter Tauchsportler. Daher mussten sie sich zunächst mit den Atemtechniken des Apnoetauchens vertraut machen. Auch in puncto Equipment musste noch nachgelegt werden. „Wir haben dann im Internet günstig gebrauchte Neoprenanzüge erstanden, die wir noch selbst abgeholt haben“, lacht Basti. Durch die Aktionen mit teils scharfen Gegenständen unter der Wasseroberfläche ist der Verschleiß recht hoch.

Die Lahntaucher professionalisieren sich

Basti und Noah riefen einen Instagram-Kanal ins Leben, der rasch auf hohe Aufmerksamkeit stieß. So bekamen sie viel Zuspruch aber auch Nachrichten von Menschen, die sie gern unterstützen wollten. Unter anderem meldeten sich auch der Kameramann Mattis Weber und der professionelle Taucher Fabian Grüner. Beide sind mittlerweile feste Teammitglieder bei den Lahntauchern. Mattis schneidet ansprechende Videos unter anderem für den Youtube-Kanal der Lahntaucher.

Danke des Hintergrundwissens der Biologie-Studenten Noah und Fabian können die Lahntaucher abschätzen, welcher Müll bewegt werden kann und welcher nicht. Einige Gegenstände sind mit Muscheln bewachsen oder beherbergen ganze Fischfamilien. Diese verbleiben in den Gewässern, um die angesiedelten Lebewesen nicht zu stören.

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