Die nachtaktiven Tigerschwanz-Seepferdchen lieben die warmen Gewässer der Weltmeere. Sie sind in weiten Teilen des indischen Ozeans, dem West- und Zentral-Pazifik zu finden. In Meerestiefen zwischen 15 und 30 Metern verstecken sie sich meist zwischen Korallenriffen, Seegras und Schwammgärten.

Tigerschwanz Seepferdchen erinnern durch ihren Körperbau eher an die Chimäre. Diese mythologischen Mischwesen waren Kreaturen, die aus zwei oder mehr Körpern zusammengesetzt wurden. Der Oberkörper des Seepferdchens erinnert stark an den Kopf und den Brustbereich eines Pferdes. Durch die lange Schnauze und die mähnenähnlichen, kleinen Auswüchse über den Kopf wird der Vergleich zu dem Reittier noch deutlicher. Der Unterkörper wird von dem Wurmartigen Schwanz dominiert. Mit diesem Schwanz ist es den Seepferdchen möglich, sich an Korallen und anderen Pflanzen fest zu halten.  

Obwohl Seepferdchen zu den Arten der Fische gehören, unterscheiden sie sich in wesentlichen Details. Sie atmen durch Kiemen und besitzen eine Schwimmblase. Jedoch sind ihre Flossen recht verkümmert und kaum zum eigentlichen schwimmen, wie man es zum Beispiel von Fischen gewöhnt ist, geeignet. Mithilfe ihrer kleinen Rückenflosse bewegen sich die Seepferdchen langsam voran. Mit den seitlichen, kleinen Flossen können sie die Richtung angeben, in die der Trip gehen soll.

Tigerschwanz-Seepferdchen in buntem Korallenriff
(Bild: whitcomberd – stock.adobe.com)

Durch ihre Aufrechte Haltung erinnern sie bei ihren Unterwassertouren an ihre vierbeinigen Namensvettern, die sich auf einem gemütlichen Ritt durch bunte Gartenanlagen befinden. Tigerschwanz-Seepferdchen werden bis zu 18 Zentimeter groß und sind gelb-schwarz gemustert. Sie besitzen keine Schuppen und haben eine dünne, harte Hülle aus Haut und Knochen. Dies macht sie für die meisten potenziellen Feinde höchst unattraktiv.

Männchen und die Brut

Tigerschwanz-Seepferdchen ernähren sich von kleinen Salzwasser-Krebschen, Krill und anderen Kleinstlebewesen. Da sich in ihrer etwa zwei Zentimeter langen Schnauze keine Zähne befinden, saugen sie ihre Beute ein. Die Nahrung wird unzerkaut durch die Schnauze gezogen und verdaut.

Mit etwa sechs Monaten werden Tigerschwanz-Seepferdchen geschlechtsreif. Eine Besonderheit birgt sich in der Fortpflanzung der Seepferdchen. Hier sind nicht die Weibchen für den Nachwuchs zuständig. Diese Last wird auf das Männchen abgegeben. In der Nähe des männlichen Bauchraumes befindet sich eine Bruttasche. Diese Tasche befüllt das Weibchen mit etwa 200 Eiern. Das Männchen brütet die Eier zwischen zwei und sechs Wochen aus. Je nachdem wie warm die Wassertemperatur ist.

Nach dieser Zeit pumpt das Männchen mit seinem Schwanz Wasser in den Brutbeutel und schleudert die Jungtiere förmlich aus ihrer Behausung. Zu diesem Zeitpunkt sind sie nur wenige Millimeter groß und fallen einigen Feinden zum Opfer. Insgesamt werden Tigerschwanz-Seepferdchen höchstens fünf Jahre alt.

(Bild: whitcomberd – stock.adobe.com)

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