Die Andrea Doria sank im Juli 1956 vor Nantucket, Massachusetts und beheimatet seitdem unter anderem Kraken, Krebse und Doktorfische. Von Tauchern wird sie auch als das „laute Wrack“ bezeichnet. Die Strömungen, die durch verschiedene Ritzen fließen und verschiedene Metallstücke, die von den starken Schwingungen bewegt werden, ergeben eine beeindruckende Geräuschkulisse.

Das damalige italienische Passagierschiff galt als die „Göttin des Meeres“. Doch die Andrea Doria zu betauchen, birgt einige Risiken. Das Wrack ist seit über 60 Jahren den starken Strömungen des Nordatlantik ausgesetzt. Durch diese Bewegungen ist das Wrack ständigen Veränderungen unterworfen. Einige frühere Eingänge sind nicht mehr zu sehen und andere Teile des Wracks wurden durch den Zerfall freigelegt.

Das Schiff besitzt insgesamt zehn Decks, auf denen die Passagiere in drei Klassen unterteilt waren. Für die Dekoration gaben die Eigner mehr Geld aus, als es für ein Schiff üblich war. Unter anderem durch die unzähligen Deko-Elemente und das teure Geschirr zählt das Schiff zu den „schönsten Passagierschiffen“ seiner Zeit. Das Passagierschiff besaß eine Länge von 213 Metern und eine Breite von 27 Metern.

Nicht mehr alles klar auf der Andrea Doria

Das Wrack liegt in einer Tiefe von 70 Metern auf der Steuerbord-Seite. Der Zustand ist mittlerweile eher schlecht und das einzige intakte Areal ist der Rumpf. In den Gewässern von der Atlantikinsel Nantucket, nordöstlich von New York City, liegt das riskant zu betauchende Wrack. Angesichts der runterhängenden Kabel im Inneren und Metallteile, die durch den Zerfall herabstürzen können, tauchen nur wagemutige und sehr erfahrene Sportler in die Andrea Doria. Das kalte Gewässer, die Tiefe und die Strömungen erschweren den Tauchgang nochmals.

Unter erfahrenen Tauchsportlern wird das Wrack als der „Mount Everest der Wracktaucher“ bezeichnet. Denn das Tauchen hier ist tückisch und bedarf jahrelanger Erfahrung. Die Sichtweite beträgt nur wenige Meter, in denen Taucher den Innenraum erkunden können. Auf ihrem Tauchgang begegnen die Sportler unter anderem Muränen, Schlangenaalen und großen Barrakudas. Durch ein unkontrolliertes Schlagen der Flossen wirbelt das Sediment jedoch auf und die Sicht wird schlechter bis hin zu einer absoluten Dunkelheit.

Tödliches Labyrinth oder Mekka für Wracktaucher

Die Andrea Doria hat zahlreiche tauchende Schatzsucher angezogen. So wurden die früher prächtigen Innenräume mit reichlich Schmuck und anderen Wertsachen mittlerweile weitestgehend geplündert. Doch das ein oder andere Fundstück verbirgt sich bestimmt noch in dem Wrack. Durch die ständigen Veränderungen der Korridore und Innenräume gibt es möglicherweise noch unentdeckte Bereiche. Skorpionfische, Kardinalbarsche und Soldatenfische haben diese Gebiete bereits erforscht.

Das Wrack der Andrea Doria sorgt unter Tauchern für geteilte Meinungen. Einige Tauchsportler sehen dieses Wrack als eine Herausforderung an und stellen sich dem Risiko, während andere Taucher das Wrack meiden und es als ein gespenstisches Unterwasser-Grab ansehen.

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1 Kommentar

  1. Es ist immer wieder schön zu lesen und neues zu erfahren 😍

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