Mitten im Sauerland liegt das größte, betauchbare Bergwerk Deutschlands. In den gefluteten Gängen des Schiefer-Bergwerks Nuttlar können Taucher neben alten Helmen und Geräten zum Schieferabbau eine Menge Highlights entdecken.

Die Brüder Rainer und Gerd Mengelers besitzen die Nutzungsrechte des gefluteten Schiefer-Bergwerks in Nuttlar. Von April bis Mitte November können Tauchsportler hier auf Entdeckungstour gehen. Im Jahr 1985 musste die Bergbaufirma Insolvenz anmelden. Die Stecker wurden gezogen, die Bergmänner ließen alles stehen und liegen und verließen das Bergwerk.

Insgesamt umfasst das Schieferbergwerk fünf Etagen. Die beiden unteren wurden komplett geflutet. Taucher können sich entscheiden, ob sie lieber in einer Tiefe von etwa 14 Metern oder in der unteren Etage in einer maximalen Tiefe von 39 Metern tauchen möchten. Die Wassertemperatur beträgt ganzjährig etwa sieben Grad.

Zwei Taucher beim Bergwerktauchen in Nuttlar

Ausgediente Gaslampen und alte Werkzeuge

Die Gänge des ehemaligen Bergwerks umfassen eine Länge von etwa zwölf Kilometern. An den Wänden befinden sich zum Teil kunstvolle Schieferformationen. Einige Gänge sind eng und verwinkelt. Die Bergwelt unter Wasser erstrahlt in dem Licht der hellen Taucherlampen in einem mysteriösen Glanz.

In großen Abbaukammern können Taucher die verlassenen Geräte, alte Loren und ausgediente Werkzeuge in der Dunkelheit entdecken. Schwimmen Taucher über die Gleise, entdecken sie neben messingfarbenen Gaslampen teilweise die Schutzhelme der Bergmänner. Hier befindet sich noch alles an Ort und Stelle.

Ein Taucher erforscht Geräte im Bergwerk Nuttlar

Der verschimmelte Bergmann lädt ein

Der alte Pausenraum lässt die Sportler in die damalige Zeit eintauchen. Erforschen Taucher die Räume genauer, finden sie den geheimen Schnapsvorrat und eine Vielzahl Hakenkreuze aus der Zeit des Dritten Reiches. Neben diesen versteckten Entdeckungen hängen noch die dicken Jacken der Bergleute an der Wand, die Helme liegen auf dem Tisch und einige alte Zeitungen liegen durcheinander auf einem Stapel. Hier können Taucher nicht nur alles anschauen, sondern auch anfassen. Rainer Mengelers gibt Tauchern den guten Tipp, die Finger jedoch von den Zeitungen fern zu lassen. Die Bergmänner nahmen diese gern als Toilettenpapier-Ersatz. Nach einem gelungenen Abenteuer können Taucher den Rest des Bergwerks während einer Führung besichtigen oder ein „Unter-Tage-Dinner“ im Gasthof „Zum verschimmelten Bergmann“ zu sich nehmen.

(Bild: Archiv – Björn Dorstewitz)

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